Ayurveda

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Meine erste Ayurveda-Massage! – Der Raum ist winzig, eine breite Holzliege, ein Regal, eine Kochstelle mit einem großen Kessel, aus dem ein Rohr ragt, das in der Wand verschwindet, darunter die Gasflasche. Gegenüber der Tür ein komischer Holzkasten mit einem kreisrunden Loch in der Mitte, daneben die Tür zur Dusche/Toilette.
Zuerst muss ich mir einen Lappen, eine Art winzigen Lendenschurz, der gerade mal die Scham bedeckt, umbinden. Dann hilft mir die Masseurin auf die Liege. Ich sitze mit dem Rücken zu ihr und sie beginnt mir zunächst den Kopf zu massieren – mit viel Öl, das leicht unangenehm duftet. Auch mein Gesicht wird bearbeitet und mir gerät Öl in die Augen. Dann sind der Rücken, die Arme und Beine dran. Ich darf mich hinlegen. Zunächst auf den Bauch. Die Pritsche ist hart und vor allem vom Öl ganz rutschig und ich muss aufpassen, dass ich beim Hinlegen nicht runter schlittere. Mit kräftigen, schnellen, ja fast hastigen Bewegungen bearbeitet die Therapeutin meinen Rücken – ah, das tut gut! -, meine Beine – autsch bei den Waden! – und die Füße, bei denen ich versuche, entspannt zu bleiben, obwohl es anfangs kitzelt. Danach muss ich mich auf dem Rücken drehen. – Vorsicht, akute Rutschgefahr! – und nun werden die Arme, noch einmal Beine und Füße, der Bauch und auch der Oberkörper mit kraftvoll massiert. Ich fühle mich wie eine fette Wurst.
Zum Schluss sind noch einmal das Gesicht und der Kopf an der Reihe, vor allem meine Haare, die zu einem Bündel zusammengerollt werden, an dem ordentlich gezogen wird … Fertig. – Halt! Noch nicht ganz! Jetzt werde ich ins Dampfbad gesteckt, also in besagte Kiste, in der ein Holzhocker steht. Jetzt wird mir auch der Sinn des Dampfkessels klar, der gute drei Meter entfernt immer noch vor sich hinkocht, ohne dass Dampf entweicht. Der wird ja über das Rohr in den Schwitzkasten geleitet – clever!
Die Masseurin verschwindet und ich dampfe vor mich hin…
In der Dusche liegt ein kleines Päckchen Shampoo und ein winziges Stück Seife – Ayurveda natürlich. Ich kämpfe mit der Shampoo-Packung, weil meine Hande ölig sind und meine Augen tränen.
Ich suche ein Handtuch, kann aber nur einen dünnen Leinenlappen in der Größe eines Herrentaschentuches entdecken. Aha, das isses. Es tropft schon, bevor ich meine Haare damit zu trocknen versuche.
Die Masseurin ist zum Mittagessen. Ein Angestellter des Zentrums führt mich ins Hauptgebäude zur Anmeldung, wo ich meinen Obolus von umgerechnet 7,50 Euro bezahle.

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  1. Ich verfolge mit Spass und Interesse Deinen Blog. Echt witzig und super interessant, was man als dort Lebender alles erlebt. Freu mich über viele, weitere Eindrücke…
    Super Idee, der Blog!! Danke dafür! LG Moni

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