Bunter Basar und bittere Armut

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Was mir zuerst ins Auge fällt, sind die vielen Fahrrad-Rikschas, die sich mit ihren Passagieren durch den Verkehr schlängeln und, möglichst ohne zu bremsen, den Autos und Fußgängern ausweichen. Mindestens genauso viele Rikschas stehen aber auch am Straßenrand und die Fahrer warten auf Kundschaft oder machen auf ihrem Gefährt ein Nickerchen. Die vor einigen Jahren eingeweihte Metro ist eine zu starke Konkurrenz… Aber nicht nur die Rikscha-Fahrer kämpfen ums Überleben; die Armut ist allgegenwärtig und überall, wo wir auftauchen, strecken sich uns schmutzige Hände entgegen… Kleine Kinderhände, zu denen Augen gehören, die leer sind oder traurig, machmal noch mit einem Fünkchen Hoffnung, viel zu erwachsen jedenfalls für die kleinen Körper… Überall die gleiche groteske Situation, ob nun am Humayan-Grab (siehe Foto, leider gibt es nur dieses eine auf dem i-phone) am India-Gate, dem Roten Fort oder der Großen Moschee – der Bus steht noch nicht richtig, da sind die Bettler schon da, manchmal auch mit Trommeln und akrobatischen Einlagen, dargeboten von schmächtigen kleinen Jungen, denen man Bärte ins Gesicht gemalt hat und die den Break-Dancer mimen.
Verstümmelte, äußerst dürftig bekleidete Gestalten liegen am Straßenrand, Gesicht im Schmutz. „Lebt er noch?“ – Niemanden scheint das zu interessieren… Krasser Kontrast dazu ist das Regierungs- und Diplomaten-Viertel. Da ist mir das bunte Treiben auf dem großen Basar zwischen Rotem Fort und Moschee schon lieber. Faszinierend, was hier alles feilgeboten wird. Es muss Spaß machen, hier zu handeln. Die Verkäufer sind guter Dinge; es ist kurz vor dem Fastenbrechen im Ramadan und die Menschenmassen drängen zur Moschee. Nach dem Gebet sind nicht nur die vielen Leckereien gefragt, es ist auch Zeit für neue Kleidung, Schuhe, Schmuck und vieles mehr. Es ist dieses Meer von Farben, dass mich am Ende des Tages mit Delhi aussöhnt.

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Eine Antwort »

  1. Nun hat sie begonnen, die Trekking – Tour nach Ladakh und die Beschreibung deiner Eindrücke vom ersten Tag in Delhi sind so lebendig, dass ich glaubte selbst dabei zu sein. Ich bin neugierig auf mehr und warte nun ungeduldig und bin gespannt auf den nächsten anschaulichen Bericht – natürlich mit Foto!! Eine herzliche Umarmung deine Schwester und liebe Grüße an Eckard und Tom!

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