Sarchu – Ladhak in 11 Stunden

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Es regnet und schneit sogar leicht, als wir am Mittwochmorgen, dem Nationalfeiertag Indiens, kurz nach vier Uhr aus dem Zelt kriechen und unser Gepäck zum Auto schaffen. Die Fahrer sind schon auf und versuchen auf einem Kocher ein Feuer für Tee in Gang zu bringen. Keiner der Fünf hat eine ordentliche Jacke an; sie klappern in ihren dünnen hellblauen Fahrerhemden und einer Weste oder einem Pullover darüber vor Kälte. Für uns gibt es im Versorgungszelt heißen Tee und Kaffee, Porridge, gebratene Eier, Toast, Butter und Marmelade… Ich verfeinere den dünnen aber heißen Haferflockenbrei mit einer Scheibe Butter – mmh, lecker.

Wir sitzen 5 Uhr in unserem Inova. Zunächst geht es noch etwas weiter tiefer ins Tal bis Sarchu-Ort, wo wir die Grenzsoldaten aus ihren Zelten holen müssen. Wir sind in Ladakh!

Gaaanz langsam schlängelt sich die Straße zum ersten Pass, dem Nakee-La (4730 m), hinauf. Auf dem Lachulung-La (immerhin 4927 m) lasse ich mich knipsen. Höhepunkt unserer elfstündigen Fahrt ist der Tanglang-La. Der 5328 m hohe Pass gilt als der zweithöchste. befahrbare Pass weltweit. (Der höchste befahrbare Pass ist der Khardung-La mit 5602 m ü.M.. Er verbindet Leh mit dem Nubra-Tal.)
Wir fühlen uns alle großartig, so als hätten wir den Pass selbst bestiegen. Jeder will ein Foto von sich am gelben Stein mit der Höhenmarkierung als Beweis. Allerdings wird mir bald schwummrig und meine Nase fängt zu bluten an, um den Kopf liegt ein eiserner Ring. Ich bin erleichtert, als die Fahrer zur Weiterfahrt drängen…
Ich sitze den Großteil der Fahrt auf dem Notsitz hinten und die Schüttelei hinab ins Indus-Tal macht es aus nicht besser. Trotzdem schlafe ich die letzten Kilometer vor Leh ein. Ich verpasse auch nicht wirklich viel, denn bis zur Hauptstadt Ladakh säumen kilometerweit Armee-Einrichtungen die Straße.

Das Hotel ist wunderschön, mit einem umlaufenden Balkon mit Holzgeländer. Im Garten trinken wir Tee und Kaffee und warten auf das letzte Auto mit dem fiebrigen Fahrer. Zwei Frauen sind aus „Sicherheitsgründen“ längst in andere Fahrzeuge umgestiegen, aber unsere Reiseleiterin und ein junges Pärchen halten den Fahrer munter. Dass ausgerechnet sein Auto an diesem Tag vier Reifenpannen hat, ist doppeltes Pech. Irgendwann sind wie alle vollzählig, verabschieden die Fahrer gebührend und beziehen unsere Zimmer – ohne Strom und Warmwasser. Beides kommt später, zumindest zeitweise. Wir erkunden den typischen Touristenort mit vielen hübschen Cafes und Souvenirläden.
Obwohl wir heute nur gefahren sind (258 km von Sarchu nach Leh), drückt es uns zeitig die Augen zu.
Internet funktioniert nur in speziellen Cafes, es wird also schwierig mit dem Blog.

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