Trekking-Nachtrag (18. bis 22. August): Kloster-Hüpfen über Berge, Bäche und Pässe

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1. Trekking-Tag:
Ausgangspunkt ist das in einem sehr schönen Seitental liegende Kloster Likir, eine reichliche Autostunde von Leh entfernt. Es ist auf einem Hügel gebaut und seine weißen Wände leuchten schon von Weitem; je nachdem, aus welchem Blickwinkel man schaut, kann man auch die vergoldete überlebensgroße Buddha-Figur ausmachen, für die Likir berühmt ist. Dort, wo die Straße vor dem Kloster einen großen Bogen macht, steht eine Wasserpumpe. Zwei Mönche waschen in einer großen Schüssel ihre Wäsche. Der Jüngere pfeift dabei. Wir begrüßen uns mit dem für Ladakh typischen „Julee, Julee“, welches in der Regel mit einer gewissen Euphorie gerufen wird. Irgendwie fühlt man sich danach immer ein bisschen besser.
In der Schule unterhalb des vergoldeten Matreyra-Buddhas, des Buddhas der Zukunft, memorieren die Schüler Verse… Wir haben nur eine halbe Stunde Zeit, und unsere Eile, mit der wir durch das Kloster hasten, passt so gar nicht zu diesem idyllischen Ort, an dem die Zeit stehengeblieben zu scheint…
Unterhalb des Tempels blockiert ein frischer Erdrutsch die Straße: Obwohl die Sonne scheint und es hier wenig regnet, ist der Hang an einer feuchten Erdschicht abgerutscht. Es wird Stunden dauern, bis die Fahrbahn wieder befahrbar sein wird. Aber wir sind ja zu Fuß und noch guten Mutes. Es geht immer aufwärts bis zum ersten Pass. Die Sonne brennt, der Atem wird kürzer, das Herz pocht immer lauter. Wir sind dankbar für die erste Rast unter Knorpelweiden. Ein Bach verteilt sich auf der Wiese in kleine Rinnsale und sorgt für zusätzliche Kühlung. Die mitgegebenen Lunchpakete werden verzehrt. Viel zu schnell geht es weiter. Das letzte Stück zum Pass ist hart. Der Weg ist steinig und führt immer bergauf, und es gibt kaum Schatten. Vom Pass geht es dann auf der Straße ins Dorf Yangtang, wo unsere Zelte schon aufgebaut sind. Im Versorgungszelt gibt es Nescafé und Tee, dazu eine große Platte Pommes und Kekse, die aber keine große Beachtung finden, solange die Pommes locken. Gewaschen wird sich am Bach; jeder sucht sich sein eigenes ruhiges Plätzchen… Danach machen wir eine Runde durchs nahegelegene Dorf und über die Felder. Wir treffen die, wie uns scheint, älteste Frau der Welt. Um sieben ist es dunkel, und nach dem reichlichen und leckeren Abendbrot, das die zwei Köche in ihrer winzigen Küche gezaubert haben, sind alle müde und die Bewunderung des unglaublich klaren Sternenhimmels fällt kurz aus… Jeder weiß, am nächsten Tag steht die längste Etappe mit einem 4000-er Pass auf dem Programm…

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