2. Trekking-Tag

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Wir werden mit heißem Tee, der an unsere Zelte gebracht wird, geweckt. Später gibt es ein ausgiebiges Frühstück mit Porridge, Cornflakes, in der Pfanne gebratenem Toast, Rührei, Honig, Peanutbutter und hausgemachter Aprikosenmarmelade. Nicht alle sind gut drauf, ein paar haben Magenprobleme oder trauen sich die 8 bis 9 Stunden- Tour nicht zu; sie laufen mit dem Koch, der aus der Gegend stammt, eine kürzere Strecke oder fahren mit dem LKW, was auch eine Herausforderung ist, denn Zelte und Gepäck müssen mit, und es gibt in dem Metallaufbau keine Sitzplätze oder Haltemöglichkeiten…

Zunächst steigen wir ins Tal hinab, der Gebirgsfluss ist klar und sieht harmlos aus. Dass der Schein trügt, merken wir, als wir ihn das erste Mal überqueren müssen, weil der Weg weggespült wurde. Die Strömung ist stellenweise sehr stark und das Wasser eiskalt – kein Vergnügen! Mehrmals heißt es noch, Schuhe aus und ab durchs kalte Nass, wobei auch die rutschigen Steine eine Gefahr darstellen… Zum Glück fällt niemand ins Wasser, einziger Verlust bleibt eine Brille, die bei einem kühnen Sprung ans Ufer von einer Nase rutscht und nicht wieder gerettet werden kann. Die unfreiwillige Wasserhüpferei kostet Kraft und Zeit. Irgendwann ist es dann aber geschafft, wir verlassen das Flussbett und steigen zum Kloster Rihzong hinauf. Aber auch das ist mit Nervenkitzel verbunden: Wir schlängeln uns über Geröllfelder, auf Wegen, die kaum zwei Fußbreit messen; am besten, also lieber überhaupt nicht nach unten ins Tal sondern immer nur auf die Füße schauen und sich auf die Schritte konzentrieren. Früher war das Kloster wirklich abgeschnitten von der Zivilisation und man konnte es nur zu Fuß erreichen. Inzwischen führt eine Straße hierher. Dennoch, die Mönche leben hier nach den strengsten Regeln, was immer das in einem Kloster bedeutet.
Tom trocknet auf den sonnigen Stufen seine Strümpfe, die bei einem unfreiwilligen Bad im Fluss nass geworden sind und wir stürzen uns auf die Lunchpakete…
Von Rihzong geht es dann nur noch bergauf bis auf knapp 4100 m. Wir machen die Schlusslichter, aber irgendwann haben wir es glücklich auch geschafft. Den Weg nach unten ins Dorf Hemis Sukpacheng und von dort bis ans andere Ende des Ortes zum Zeltplatz finde ich viel schlimmer; meine Zehen schmerzen und meine Moral ist im A…
Ich bin dankbar, als ich die schweren Bergstiefel gegen die Trekking-Sandalen eintauschen kann. Außer Essen und Waschen im Bach passiert an diesem Tag – nach 11 Stunden Wanderung – nicht mehr viel!

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