4. Trekking-Tag

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Der Tag beginnt harmlos: ich fühle mich erholt und freue mich auf den letzten Trekking-Tag, der nur drei Stunden dauern und am Indus enden soll. Nach dem wie immer ausgiebigen Frühstück verabschieden wir uns von unserer Begleit-Crew und zogen los gen Bongbong-La, der mit 3600 m Höhe eine eher mäßige Herausforderung darzustellen schien. Zunächst geht es einem Bachlauf entlang, vorbei an Aprikosengärten, gelbgefärbten Getreidefeldern und mit Früchten gespickten stachligen Sanddornsträuchern… Hinter einer Holzbrücke beginnt der Aufstieg zum Pass…, der leider nicht so locker-flockig zu nehmen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Deshalb gibt es auf dem Bongbong-Pass noch ein gemeinsames Foto von uns. Der Abstieg zum Leh-Srinagar-Highway ist dafür relativ unanstrengend aber besonders am Ende sehr sehr staubig…
Der Tee in der winzigen Imbiss-Bude tut gut. Die Autos warten schon auf uns und wir fahren ins 40 km entfernte Lamayuru-Kloster, eine interessante Anlage mit einer Höhle, in der ein buddhistischer Mönch im 12. Jahrhundert meditierte – nicht Tage, Wochen, Monate oder Jahre sondern eine ganze Lebenszeit… Die Höhle ist verstaubt, und irgendwie vermisse ich die Gebeine des Einsiedlers; stattdessen stehen einige Buddhafiguren rum.
Die Fahrt zum letzten „Zeltplatz“ zieht sich, denn obwohl wir auf dem National Highway 1 fahren, ist die Fahrbahn immer wieder durch Bergrutsche und Großbaustellen eingeengt. Die Arbeiten werden oft mit primitivesten Mitteln durchgeführt und die BauarbeiterInnen(!) sind ohne Schutz dem Dreck, Staub und Lärm ausgesetzt. Ihre primitiven Zelte stehen direkt am Straßenrand, die Frauen tragen ihre Kleinkinder auf dem Rücken oder haben den Korb mit ihrem Baby neben sich abgestellt; größere Kinder spielen in der Nähe oder helfen Steine schleppen. Wir haben leicht reden und irgendwie steht uns gar kein Urteil zu, trotzdem bin ich immer wieder geschockt, wenn wir an den Bautrupps und Steineklopfern vorbeifahren.
Der Zeltplatz in Ule Topko ist komfortabel. Die Zelte stehen auf massiven Fundamenten und werden nur in den Wintermonaten abgebaut. Und: Ich kriege eine ayurvedische Massage! Naja, ich hatte schon bessere, aber ich will nicht meckern. Hier im Ule Eco Resort ist Zeit zu lesen und die Seele baumeln zu lassen…

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